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ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur

In der Freizeit in die Fabrik: Einstige Tagebau-Maschinen verwandeln sich zu Seebrücken und hohe Treppentürme ehemaliger Brikettfabriken sorgen nun für Weitblick

Es sind Orte, an denen man sich klein fühlt. Eine gigantische Förderbrücke, die wie ein liegender Eiffelturm aussieht, von dem Mutige sich abseilen lassen können. Ehemalige Kraftwerke, die zu Museen geworden sind oder Türme einstiger Brikettfabriken und Kokereien, von denen man nun weit ins Lausitzer Seenland blicken kann. Diese Gebäude und Maschinen haben zwar nicht mehr ihre ursprüngliche Funktion – sie alle halten aber bis heute das Gedächtnis einer bald gänzlich vergangenen Industrie wach.

Und diese faszinierenden Zeugen der Vergangenheit wollen über die Stationen der ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur entdeckt werden. Sie erzählen bis heute Geschichten von den menschlichen Leistungen der Energiegewinnung in dieser Region. Sie erklären aber auch den Wandel vom Bergbauland zum Seenland.

Besucherbergwerk F60, Foto: Nada Quenzel
IBA-Terrassen am Großräschener See, Foto: Nada Quenzel
Turbine im Erlebnis-Kraftwerk Plessa, Foto: Nada Quenzel
Brennofen im Kraftwerk Schwarze Pumpe, Foto: Nada Quenzel
Biotürme Lauchhammer, Foto: Nada Quenzel
Bergmannskirche in der Gartenstadt Marga, Foto: Nada Quenzel
Kettenbahn an Brikettfabrik Louise, Foto: Nada Quenzel
Ausstellung im Dieselkraftwerk Cottbus, Foto: Nada Quenzel

Auf zu neuen Ufern

Am deutlichsten wird dieser Prozess in Großräschen mit dem gleichnamigen See. Wer hier den Blick über das glitzernde Wasser schweifen lässt, wird staunen, dass genau an dieser Stelle noch vor 20 Jahren das Ende der Welt zu sein schien. Nach den letzten Häusern und Straßen ging die Ortschaft in eine staubige Wüste des Tagebaus über, aus dem allein 342 Millionen Tonnen Braunkohle gefördert worden sind. Heute hat sich das Wasser des Großräschener Sees wie eine heilende Decke über das einst tiefe Loch gelegt.

Inspiration für Neues gab in Großräschen die Internationale Bauausstellung IBA SEE, die vom Jahr 2000 bis 2010 stattfand. Entstanden sind in dieser Zeit am Ufer des Sees unter anderem die IBA-Terrassen inklusive einer Seebrücke, die aus dem letzten dort verwendeten Tagebau-Großgerät gebaut wurde. Sie steht symbolhaft für die Nahtstelle zwischen der alten und neuen Landschaft. Die IBA-Terrassen mit ihrem Besucherzentrum eignen sich damit ideal als Startpunkt für Touren durch die sich neu erfindende Region.

Die größte Maschine der Welt

Wer sich ein bisschen wie ein Vogel fühlen will, muss den Ort Lichterfeld besuchen. Hier im Süden Brandenburgs ruht ein mächtiger Gigant namens F60. Das F steht für Förderbrücke und sie ist die größte bewegliche Maschine der Welt. Beim Anblick dieses liegenden Eiffelturms kommt man aus dem Staunen fast nicht mehr raus. Mit dem 11.000 Tonnen schweren Gerät wurden früher die Erdschichten, die über den Kohleflözen lagen, abtransportiert. Heute kraxeln Menschen mit bunten Helmen über das 500 Meter lange Metallgerüst, das heute als Besucherbergwerk F60 bekannt ist. Und ganz Mutige lassen sich zum Vergnügen von dem riesigen Stahlgiganten in die Tiefe abseilen.

Von der Höhe in die Tiefe

Kribbelige Gefühle im Bauch kann man aber nicht nur dabei haben. Wie wäre es mal mit einer spektakulären Fahrt in einem Geländewagen in die Tiefe eines noch aktiven Tagebaus? Auf so einer Tour in den Tagebau Welzow-Süd bekommt man die gigantischen Bergbau-Großgeräte einmal von ganz nah zu Gesicht. Nur noch selten in Aktion sind hingegen die Maschinen der ältesten Brikettfabrik Europas in Domsdorf. Dafür können Besucherinnen und Besucher in der Brikettfabrik LOUISE Industriegeschichte hautnah erleben. Diese Fabrik ist heute ein Museum – angetrieben von der Energie ihrer ehemaligen Mitarbeiter. Mindestens ein Mal im Jahr gibt es so genannte Dampftage, an denen die Brikettpressen nochmals in Gang gesetzt werden. Dann schnaubt die alte „LOUISE“ von 1882 wieder wie damals und bringt ihre Räder in Schwung.

In der Energiefabrik Knappenrode in Sachsen riecht es noch immer nach Braunkohle, weil an den Wänden der historischen Fabrikhallen bis heute der Kohlestaub klebt. Die komplett aus roten Backsteinen errichtete ehemalige Brikettfabrik erhebt sich imposant über dem Kiefernwald. Heute ist das Gebäude ein sieben Etagen hohes Museum, in dem die Geschichte der Braunkohle mit den einst dort arbeitenden Menschen erzählt wird. Ganz oben vom Treppenturm aus bietet sich ein grandioser Blick über ein sich wandelndes Lausitzer Seenland. Und weil die Energiefabrik ein so einzigartiges Zeitzeugnis der Kohleverarbeitung in der Oberlausitz ist, wird die Dauerausstellung im Innern vom nächsten Jahr an noch größer werden. Auch drum herum gibt es einiges zu entdecken. Zwei übergroße Schaufelradbagger können auf dem Außengelände bestaunt werden, die sich einst durch die Kohleflöze gegraben haben. Oder wie wäre es mit einer Fahrt in der Handhebel-Draisine? Das ist im wahrsten Sinne des Wortes Industriekultur zum Anfassen. Auf Schienen der ehemaligen Grubenbahn kann man mit Muskelkraft das weitläufige Gelände rund um die Energiefabrik erkunden.

Die elf Erlebnis-Stationen der ENERGIE-Route

Das touristische Serviceangebot der Industriekulturorte ist recht unterschiedlich. Als Orientierungshilfe sind die Sehenswürdigkeiten folgendermaßen sortiert:
Highlights -  touristische Attraktionen mit allem Komfort
Empfehlungen - erlebnisreiche Orte mit etwas weniger Serviceangebot
Geheimtipps - besondere Kleinode, Führungen teilweise nur auf Anfrage
  • Highlights: Besucherbergwerk F60, Besucherzentrum IBA-Terrassen, Energiefabrik Knappenrode, Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst im Dieselkraftwerk Cottbus
  • Empfehlungen: Tagebau Welzow-Süd, Kraftwerk Schwarze Pumpe, Erlebnis-Kraftwerk Plessa, Brikettfabrik Louise
  • Geheimtipps: Biotürme Lauchhammer, Gartenstadt Marga, Elektroporzellan-Museum Margarethenhütte

Adresse

ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur
Tourismusverband Lausitzer Seenland e. V., ENERGIE-Route Lausitzer Industriekultur
Am Stadthafen 2
01968 Senftenberg

Kontaktdaten

Telefon: 03573-7253000
E-Mail: info@energie-route-lausitz.de
Web: www.energie-route-lausitz.de