Seenland-Besucher wollen vor allem baden
Hoyerswerda. Etwa 500000 Menschen übernachten jährlich im Lausitzer Seenland – Tendenz steigend. Woher kommen sie, was schätzen sie am Seenland, welche Veränderungen wünschen sie sich? Das wollte die Touristische Gebietsgemeinschaft Lausitzer Seenland genauer wissen und verteilte im vergangenen Jahr unter anderem in Ferienwohnungen ein paar Tausend Fragebögen. Etwa 900 kamen ausgefüllt zurück. „Das hilft uns sehr weiter“, sagt Marcus Heberle, der Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft mit Sitz in Hoyerswerda.
Etwa die Hälfte aller Befragten kam aus Sachsen. Danach folgen Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bayern. Aus dem Ausland fanden vor allem Tschechen den Weg ins Seenland, gefolgt von Niederländern, Belgiern und Österreichern. 58 Prozent der Befragten gaben an, zum ersten Mal im Seenland zu sein. 13 Prozent kamen bereits zum zweiten Mal.
Beliebte Ferienwohnungen
Und wie wurden die Seenland-Besucher auf die neue Ferien- und Freizeitregion aufmerksam? Hier rangiert ganz vorn das Internet, wo immerhin 35 Prozent aller Befragten neugierig wurden. Jeder Vierte gab an, auf persönliche Empfehlung von Freunden oder Bekannten ins Seenland gekommen zu sein. 24Prozent wurden bei Messen oder durch die Presse aufmerksam auf das Seenland.
Und was lockte nun die Besucher in die geflutete Tagebaulandschaft? Hier konnten die Befragten mehrere Antworten angeben. Für drei Viertel standen Landschaft und Natur im Mittelpunkt. 24 Prozent der Befragten ließen sich von den Möglichkeiten für Sport und Fitness locken. Jeder Fünfte gab schlichtweg Neugier auf die Region an, und jeder Zehnte entschied sich für das Seenland, weil er das Angebot besonders preisgünstig fand.
Bisher gingen die Touristiker davon aus, dass vor allem Familien mit Kindern die Region ansteuern. Auf 37 Prozent der Befragten trifft das auch zu – aber 44 Prozent kamen als Paar ohne „Anhang“ ins Seenland.
Auf der Hitliste der bevorzugten Unterkünfte lagen Ferienhäuser und -wohnungen ganz vorn. Immerhin 55 Prozent der Befragten bevorzugen dies. „Hier fehlen uns noch Investoren. In den Sommermonaten fehlen eindeutig Ferienwohnungen“, schlussfolgert Marcus Heberle.
28 Prozent der Umfragen-Teilnehmer gaben an, auf einem Campingplatz übernachtet zu haben. Ganze acht Prozent schliefen in einem Hotel, nur vier Prozent in einer Pension. Im Durchschnitt blieben die Gäste übrigens 4,8 Nächte.
Zu wenige Hinweisschilder
Und wie haben die Besucher denn nun ihren Kurzurlaub im Seenland verbracht? Auch hier waren mehrere Antworten möglich. 61 Prozent der Befragten nutzten die Möglichkeit zu einem erfrischenden Bad im Ex-Tagebau. 57Prozent erkundeten das Seenland per Rad, 32 Prozent gingen wandern. 17 Prozent schipperten im Ruder- oder Tretboot über einen See. Ebenfalls 17Prozent unternahmen einen Ausflug in ein Museum. 13 Prozent der Befragten wollten skaten, und nur sechs Prozent nutzten ihren Kurzurlaub für einen Ausflug in die Umgebung.
Dank der Befragung wissen die Verantwortlichen jetzt, dass sich viele Seenland-Besucher mehr kulturelle Angebote wünschen. Davon gibt es bisher zu wenig. Außerdem vermissten viele Gäste im gastronomischen Angebot Spezialitäten aus der Region – ein Wink mit dem ganzen Zaun an Gaststätten und Imbiss-Betreiber. Auch Kritik an der unzureichenden Beschilderung von Wegen und am Service insgesamt wurde geäußert.
„Wir wissen jetzt, wo wir ansetzen und etwas verändern müssen“, resümierte Marcus Heberle die Ergebnisse der Befragung.
www.lausitzerseenland.de
Quelle: www.sz-online.de
