Einheitliche Reklame fürs Seenland
Wie wird das Lausitzer Seenland eigentlich vermarktet ?“, fragte kürzlich eine Leserin am Telefon. Antworten gibt das Marketingkonzept für das Lausitzer Seenland, welches kürzlich in den betreffenden Zweckverbänden auf brandenburgischer und sächsischer Seite bestätigt worden ist.
Das auf fünf bis zehn Jahre konzipierte Papier dient als Grundlage für die weitere einheitliche Vermarktung der Region und wurde vom Berliner Tourismusberater Project M erstellt. Das länderübergreifende Konzept hatte der Zweckverband Elstertal (ZVE) zusammen mit den Verbänden Erholungsgebiet Senftenberger See, Seenland Brandenburgische Lausitz sowie der Gemeinde Boxberg in Auftrag gegeben. Ziel ist, das Seenland langfristig bekannt zu machen.
Eine zentrale Vermarktung des Seenlandes gibt es nicht. Vielmehr erfolgt sie auf verschiedenen Ebenen durch Organisationen, Verbände, Städte, Gemeinden und die Anbieter vor Ort. Im Konzept wird kritisiert, dass der regionale Marktauftritt häufig nicht länderübergreifend ist. Nachfolgend einige Eckpunkte des Papiers.
Welches Territorium umfasst das Seenland?
Nach Vorschlag von Project M erstreckt es sich länderübergreifend in Nord-Süd-Richtung vom Gräbendorfer See bis zum Knappensee; in West-Ost-Richtung vom Grünewalder Lauch bis zum Bärwalder See.
Wie kann sich die Region erfolgreich von anderen urlaubsZielen abgrenzen?
Als Alleinstellungsmerkmal des Lausitzer Seenlands gilt die Kombination dreier Faktoren: das Gewässernetz mit seinen Rundwegen und einzigartigen Einzelattraktionen. In den Bereichen Wassertourismus, Urlaub am Wasser und Radtourismus bescheinigt die Strategie dem Seenland sehr gute Chancen, sich überregional zu profilieren. Ebenso in puncto Barrierefreiheit. „Viele touristische Anlagen werden neu – und möglichst gleich barrierefrei gebaut“, sagte Marcus Heberle, Geschäftsführer der Touristischen Gebietsgemeinschaft (TGG) „Lausitzer Seenland“ gegenüber TAGEBLATT. Wobei „barrierefrei“ nicht ausschließlich „behindertengerecht“ bedeuten müsse, sondern auch Erleichterungen für ältere Menschen oder Familien mit Kinderwagen biete. „Breite Seerundwege fallen in diese Kategorie.“ Kernthema der Seenland-Werbung muss laut Konzept die „aktive Erholung am und auf dem Wasser“ sein. Ausbaufähig seien Angebote in der Nebensaison.
Wer besucht das Seenland für welchen Zeitraum?
Da die Seen in den nächsten Jahren noch eingeschränkt nutzbar sein werden, empfiehlt das Konzept, kurzfristig Radfahrer, Skater und Urlauber am Wasser beim Bewerben des Seenlands in den Mittelpunkt zu stellen. Wassertourismus als Angebotsschwerpunkt werde erst ab 2013 relevant, wenn mit dem Geierswalder, Partwitzer und Senftenberger See erstmals ein befahrbares vernetztes Gewässersystem vorhanden ist. Potenzial sehen die Marketingverantwortlichen vor allem im Segment Kurzurlaub (bis vier Übernachtungen) sowie längere Verweildauern. Im Konzept wird eingeschätzt, dass es im Jahr 2020 mindestens 1,5 Millionen Übernachtungen geben wird.
Wie soll sich das Seenland nach außen darstellen?
Printerzeugnisse (Broschüren, Flyer etc.) sollen länderübergreifend einheitlich mit der Wort-Bild-Marke „Lausitzer Seenland“ gestaltet werden, möglichst bis hinunter zum kleinsten Leistungsanbieter, um einen Wiedererkennungseffekt zu erreichen. Die Rechte an der Wort-Bild-Marke liegen bei der TGG, sie kann Konzessionen verteilen.
Wie wird das Konzept umgesetzt?
Die Marketingstrategie beinhaltet ein 50 Punkte umfassendes Handlungsprogramm – Empfehlungen, die es in den nächsten Jahren abzuarbeiten gilt, dessen Umsetzung zum Teil bereits läuft (siehe Kasten). Als Beispiel nannte Marcus Heberle die Überarbeitung der Seenland-Internetseite oder die Online-Buchung von Übernachtungen. „Auch Innenmarketing ist gefragt“, betonte Marcus Heberle. „Wir wollen die Leute ins Seenland mitnehmen, es bedeutet für sie ja ein Stück Zukunft.“ Dazu zählen die Zusammenarbeit mit Schulen, Exkursionen oder Präsenz bei Veranstaltungen wie etwa dem Neustadt-Treffen im Juli.
Quelle: Sächsische Zeitung / Hoyerswerdaer Tageblatt; Text: Anja Wallner, Foto Uwe Schulz