Stadthafen Senftenberg
Als einzige Stadt der Niederlausitz liegt Senftenberg bereits seit vielen Jahren an einem Bergbausee. Hiermit ist sie Vorreiter für andere. Die Altstadt ist jedoch durch eine schwierige städtebauliche Situation noch weitestgehend vom See getrennt. Vor dem Hintergrund der zukünftigen Entwicklung des Lausitzer Seenlandes soll sich die Stadt hin zu „Ihrem“ See entwickeln. Der „Stadthafen“ spielt dabei eine entscheidende Rolle. Die städtebauliche Grundstruktur dieses Projekts wurde 2006 in einem Workshop-Prozess erarbeitet. Mit einem Architekturwettbewerb 2009 wurde die neue „Visitenkarte“ der Stadt näher bestimmt. Der erste Preis ging an die Arbeitsgemeinschaft bgmr/astoc/saxonia ecosystems.
In dem klar gegliederten Entwurf geht es nicht nur um funktionelle Infrastruktur für den Wassersport, sondern um einen modernen Stadtraum am Wasser, der ein Pendant zur lebendigen Altstadt darstellt und den Strukturwandel der Region verdeutlicht. Vorgesehen ist eine 470 Meter lange, schalenförmige Steganlage, die das neue Hafenbecken im Süden des Stadtsees umranden soll. Über Freitreppen wird die Anlage erschlossen. Die Uferpromenade greift die Wege der Parklandschaft auf und bietet Sitzgelegenheiten. Terrassenartige Treppen und Rampen verbinden Steganlage und Promenade. An dieser sind zwei eingeschossige Funktionsgebäude mit Solardächern in maritimer Architektur angegliedert, welche Raum für ein Restaurant mit Tagungsräumen, Appartements und Ferienwohnungen sowie für hafentypische Nutzungen vom Imbiss und Souvenirverkauf bis hin zum Bootsverleih bieten. Das Hafenbecken sieht fünf Bootsanleger mit rund 120 Wasserliegeplätzen vor. Die Seebrücke fungiert als bauliches Element mit einem eigenständigen Charakter. Ihr Brückenkopf schwebt 5,5 Meter über dem Wasser. Diese Konstruktion aus Holz und Stahl bietet auch Anlegeflächen für Fahrgastschiffe.
In den kommenden Jahren werden die Stadt Senftenberg und der Zweckverband Erholungsgebiet Senftenberger See intensiv daran arbeiten, dass die Planung Realität wird.

